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Wird Kindergarten zur Verwahranstalt?

Die Behörden stehen einer kombinierten Leitstelle aufgeschlossen gegenüber. Und die Stadtwerke haben den Platz dafür.

Die Bürgerinitiative "Rund um den St. Josef" macht sich Sorgen darum, ob ihr Kindergarten an der Dreikönigenstr. 147-149 auch nach der für 2008 geplanten Gesetzesänderung überlebensfähig ist. Deshalb lud sie den Landtagsabgeordneten Peter Kaiser am Freitag zu einer Diskussion in ihre Räume ein. Peter Lommes, stellvertretender Vorsitzender der Initiative, erklärte: "Die freien Träger sind die Exoten der Kindergartenarbeit. Sie haben meistens Spezialangebote." Der Kindergarten an der Dreikönigenstraße setzte vor allem auf interkulturelle Bildung. Ergänzt wird das Programm durch Sprachförderung, Umwelt- und Gesundheitserziehung. Die 70 Kinder, die in drei Gruppen betreut werden, kämen aus 21 Nationen, führten die Erzieherinnen aus. Kindergartenleiterin Angelika Lommes rechnete vor, dass die bisher bekannten Finanzierungspläne der Landesregierung je nach Modell zu einem jährlichen Defizit zwischen 80.000 und 150.000 Euro führen würde. Die früheren Pläne der Regierung seien nach den Einsprüchen der Träger vom Tisch, so Kaiser. Die neuen Beratungen hätten gerade erst begonnen. Mit einem Gesetzesentwurf rechne er nicht vor dem Sommer. "Ich hätte es lieber gesehen, dass man das Geld in die Kindergärten steckt anstatt in das Elterngeld", sagte er wiederholt in der erregten Diskussion. "Ich habe nicht das Gefühl, dass die Sense kommt und alles nieder gemacht wird", beruhigte er im Hinblick auf die Dreikönigenstraße. "Bei einem höheren Migrantenanteil braucht der Kindergarten eine stärkere Betreuung. Armin Laschet ist auch Integrationsminister. Ich bin sicher, das wird irgendwie einfließen. "Die Eltern in den sozialen Brennpunkten innerhalb der Innenstadt seien insgesamt weniger mobil, meinte er. "Die Kindergärten dort sind deshalb schwerer zusammen zu legen, als die in einigen Außenbezirken", erklärte er. Kaiser sprach sich sowohl für die Ganztagsbetreuung als auch für die verlässliche Betreuung der unter Dreijährigen aus. Er schlug vor zu untersuchen, wann die Einrichtungen ausgelastet seien und wann nicht,. Vielleicht sei beispielsweise eine Kooperation mit Firmen oder mit dem Kindergarten am Deutschen Ring möglich, um den Nachwuchs in der Zeit von 17 bis 20 Uhr zu betreuen. "Es ist trotzdem legitim, die Befürchtungen aufrecht zu erhalten", äußerte ein Vater abschließend. Peter Lommes wagte ein Fazit: "Sie sollten mitnehmen, dass die Eltern ANgst davor haben, dass der Elementarbereich ausgetrocknet und zu einer Verwahranstalt wird."

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