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Die Behörden stehen einer kombinierten Leitstelle aufgeschlossen gegenüber. Und die Stadtwerke haben den Platz dafür.
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Die Leitstelle der Polizei: Im Rahmen eines Pilotprojekts namens „bunte Leitstelle“ könnten Polizei und Feuerwehr bald enger zusammenarbeiten. Archiv-Foto: Dirk Jochmann |
Krefeld. Wie „bunt“ wird es wohl bei Polizei und Feuerwehr werden? Landtagsabgeordneter Peter Kaiser (CDU) will sich für eine „gemeinsame bunte Leitstelle“ stark machen (die WZ berichtete), also einen Standort beider Behörden-Nachrichtenzentralen, an dem in getrennten Büros gearbeitet wird. Möglicherweise kommen noch die Stadtwerke mit ins Boot.
Positive Signale kommen hierzu von der Krefelder Polizei, die zwar gerade erst für eine Million Euro ihre Leitstelle modernisiert hat. „Die Arbeitsplätze sind aber mobil. Das heißt, es muss nur ein Stecker gezogen werden, dann kann er transportiert und an einem anderen Ort wieder angeschlossen werden“, erläutert Polizeisprecher Wolfgang Lindner.
Eine Leitstelle der kurzen Wege wird im Präsidium am Nordwall grundsätzlich begrüßt. Einmal abgesehen davon, dass die „exzellente, traditionelle Zusammenarbeit mit der Feuerwehr“ intensiviert werde, führt Lindner vor allem finanzielle Gründe an: Technik sei gemeinsam nutzbar und könne auch gemeinsam auf dem neuesten Stand gehalten werden. Modernisierungen seien meist schon nach wenigen Jahren erforderlich. Zudem gebe es eine Kostenersparnis bei den Betriebskosten. Lindner betont, dass in einer „kombinierten Leitstelle“, so die Fachbezeichnung, jede Behörde weiter ihre Aufgaben selbst bearbeite. Es sei aber trotz räumlicher Trennung ein wesentlich schnellerer Austausch möglich, zumal es ständig Berührungspunkte gebe.
Dass eine Nachrichten-Zentrale nicht im Präsidium untergebracht sein könnte, wertet Lindner nicht unbedingt als Nachteil. „Sie muss in jedem Fall abgeschottet und gesichert sein.“ Wenn bei Großeinsätzen ein Einsatzstab zusammentrete, sei es egal, ob dies am Nordwall oder anderswo in Krefeld geschehe. „Die Kollegen kommen ja auch jetzt schon von unterschiedlichen Standorten zusammen.“ Wichtig sei es, dass der Standort technisch geeignet sei.
Was bei den Stadtwerken der Fall wäre. SWK-Sprecherin Dorothee Winkmann erklärte gegenüber der WZ, dass es eine Anfrage gegeben habe, ob eine gemeinsame Leitstelle für Polizei und Feuerwehr – gegebenenfalls mit angegliederter SWK-Zentrale – in Stadtwerke-Räumen möglich sei. „Das sehen wir positiv“, sagte sie. Eine solche Einrichtung sei am Standort der SWK-Mobil an der St. Töniser Straße denkbar.
Oberbürgermeister Gregor Kathstede verweist wie die Polizei auf Synergieeffekte. Ohnehin bestehe beim Neubau einer Feuerwache Handlungsbedarf, so dass sich jetzt die Gelegenheit biete, für ein solches Pilotprojekt auch Fördermittel zu erhalten. „Natürlich ist das eine politische Entscheidung, die der Rat zu treffen hat.“ Feuerwehrchef Josef Dohmen bereitet gerade eine Vorlage für den Verwaltungsausschuss mit Hintergründen vor. Kathstede ist es aber auch wichtig, dass ein solches Projekt die Eigenständigkeit der Krefelder Polizei sichern könnte.
Landtagsabgeordneter Peter Kaiser sagte, dass man bereits ein Gespräch mit dem Parlamentarischen Staatssekretär Manfred Palmen im Innenministerium geführt habe, der der Idee positiv gegenüber stehe. Vor einer Entscheidung, auch was eine Förderung angehe, würden in Düsseldorf Beschlüsse von Stadt und Polizeipräsidium erwartet.
17.01.2007
Von Mirko Braunheim
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